Einstiegsprobleme: OpenOffice, Squid, Mails und NTFS-Sticks

Jürgen Schmidt j.schmidt at hslamspringe.de
Thu Mar 18 00:24:17 CET 2010


Vielen Dank erstmal an euch für die Antworten und vorallem die Hinweise, 
wo ich weitere Infos bekomme.

Zu deiner Frage, Ralf, wie ich auf Skolelinux gestoßen bin (Achtung, 
längere Geschichte!): Neben der Realschule bin ich auch noch für die 
Hauptschule im Ort (etwa 250m entfernt) zuständig und als ich dort vor 
etwa 1,5 Jahren anfing, fand ich einen PC-Raum mit 16 Win2k-Rechnern 
Baujahr vor dem Kartoffelkrieg mit einem nicht lizensierten 2000er 
Server vor. Innerhalb der ersten Woche war also meine erste Amtshandlung 
(ich war da als 1-Euro-Jobber), die Daten des Servers zu sichern und dem 
Rechner dann ein legales Win2k zu verpassen sowie das ganze Netzwerk 
umzubauen. Nun war aber nur noch lokale Anmeldung möglich, alles lief 
über Freigaben und ihr könnt euch vorstellen, wie unzufrieden ich damit 
war. Also suchte ich nach einer kostengünstigen (möglichst kostenlosen, 
Schulen haben nun mal nicht die Mittel die sie haben sollten) 
Alternative. Zuerst dachte ich an einen Debian-Server mit 
OpenSuse-Clients, für die Benutzer sieht OpenSuse ja fast aus wie XP.
Als ich dann nach einem Mastereye-Ersatz für Linux suchte, stieß ich 
fast zwangsläufig auf Infos über Skolelinux. Leider war ich "damals" 
noch nicht selbstbewust genug, auf diese Lösung zu bestehen und so blieb 
es in der Hauptschule bisher bei Win2k, nun sogar mit einem 
Win2003Fileserver+Proxy (time4kids = Squid *ggg*). Irgendwie haben die 
Lehrer Angst vor Linux, na ich werd sie schon noch überzeugen, dachte 
ich mir.
Und nun kam die Chance, als in der Realschule die Hardware eine 
Umstellung auf XP nicht mehr mitmachte (Die Rechner wurden schon von den 
Kimbern für die Simulation von Schlachten gegen die ollen Römer 
benutzt). Hier sah ich DIE Möglichkeit, eine Terminallösung aufzubauen 
und da Skolelinux ja weitestgehend vorkonfiguriert ist, sollte es 
innerhalb der gesetzten Frist zumindest soweit laufen, dass der 
EDV-Unterricht wieder stattfinden kann.

Kurz zu der Schule: Es sind etwa 325 Schüler der Klassen 5 bis 10 und 
dazu kommen 25 Lehrkräfte. Im PC-Raum stehen momentan 15 
funktionstüchtige Terminals (Festplatte abgeklemmt) und der dazugehörige 
Kombiserver, der auch DHCP für das restliche Netzwerk anbietet und über 
eine Symantec Hardware-Firewall ins Internet geroutet wird. Außerdem 
sind im Verwaltungsbereich noch 4 WinXP-Rechner und es gibt eine 
Netbook-Klasse (mit WinXP, über WLAN-Accesspoint ans LAN angebunden). 
Diese werden momentan noch am Tjener vorbei direkt über die Firewall ins 
Internet gelassen.

Ein Lastenheft in schriftlicher Form gibt es nicht, da ich nun aber noch 
fast zwei Wochen Urlaub habe, ist ja genug Zeit, dies nachzuholen. Ich 
habe davon zwar schon mal gehört, mich bisher aber immer auf mein 
Gedächtnis verlassen. Über Vor- und Nachteile brauchen wir hier nicht zu 
sprechen ;-).

Mein Plan sieht momentan erst einmal so aus, dass nach den Osterferien 
im PC-Raum wieder Arbeiten mit Office-Anwendungen sowie 
Internet-Recherche möglich sein muss. Dazu muss ich lediglich noch den 
Drucker am Server anschließen und das OpenOffice auf einen neueren Stand 
bringen. Für den Datenaustausch habe ich vorerst schon zwei Ordner für 
alle verfügbar gemacht, einen für die Orginale und einen für die 
Ergebnisse und der Lehrer muss dann diese Ordner entsprechend 
vorbereiten bzw aufräumen. Daher eben auch die Frage wegen des 
USB-Sticks, ich hatte es am Tjener selbst ausprobiert und auch an einem 
der Terminals.

Da die Schüler der Netbook-Klasse ihre Freiheit (ohne Jugendschutz ins 
Netz) gerne missbrauchen und sogar während des Unterrichts WoW und 
ähnliches zocken oder Downloads fahren, besteht hier auch dringender 
Handlungsbedarf, daher auch meine Frage bezüglich Squid und ob White- 
oder Blacklist zu bevorzugen ist. Ich befürchte bei einer 
Blacklist-Lösung, dass diese Schüler dann über externe Proxys weiter 
spielen und saugen werden, auch wenn ich alle WoW-Server sperren würde, 
zumindest aber weiter im ICQ, SchülerVZ etc unterwegs sein werden.

So, nun habt ihr eigentlich einen guten Überblick, was noch vor mir 
liegt und wie gesagt: Grundbegriffe sind vorhanden aber allein wenn ich 
irgendetwas von Hand installieren oder gar kompilieren soll, dann stoße 
ich schon auf absolutes Neuland vor. Die nächsten Tage und Wochen werden 
für mich jedenfalls sehr spannend und wohl auch lehrreich.

Und wenn dann an der Realschule alles so läuft, wie ich es mir 
vorstelle, kann ich vielleicht auch die Kollegen aus der Hauptschule mit 
dem laufenden System überzeugen, dass Linux überhaupt nicht so 
kompliziert und furchterregend ist und dann kann ich dort vielleicht 
gleich weitermachen ;-)

Beste Grüße an euch und danke an alle, die diesen Roman gelesen haben

Jürgen


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