Skolelinux an der Schule einrichten (Verena Poser)

Christoph Günschmann cgsman at aol.com
Sun Jan 24 16:58:12 CET 2010


Liebe Verena,

(ich gehe jetzt mal davon aus, dass Du nicht der Linux-Guru bist):
bevor Du Dich evtl. in technischem Detailgestrüpp verirrst: Bei Dir geht 
es ja um das berühmte "Bermuda-Dreieck": Datenmigration von alten 
Rechnern, Einführung eines neuen Systems, obwohl das alte doch so gut 
ist und den bekannten "Faktor Mensch" !
Aus meiner Sicht ist daher die Strategie eines Systemwechsels zu 
bedenken: Was soll migriert werden ? Kann man die Passwortlisten nicht 
schnell selbst "von Hand" neu anlegen ? Muss man jede alte Schraube in 
eine neue Schachtel legen ? Vor allem aber: Wo findest Du Unterstützung, 
wenn Du jetzt mit einem System beginnst, das nur Du verstehst ?
Hier würde ich - das hab ich von Microsoft gelernt - durchaus ein 
bisschen auf den Linux-mainstream setzen ! (Das sage ich, weil ich schon 
viele tolle angepasste Möglichkeiten selbst "gebastelt" habe, die aber 
nicht überleben konnten, sobald ich die Schule wechselte usw.).

Das heißt vielleicht für Dich:

1. Setze ganz auf eine reguläre SkoleLinux-Installation.
2. Setze "gescheite" Hardware für die Zwei-Server-Lösung durch !
3. Die Terminallösung ist gut, aber wenn die Clients mal stärker werden, 
dann schau Dir doch mal die diskless-client-Lösung an !
4. Mach Dich in jedem Fall mit Linux vertraut. Für mich seit Jahren 
immer noch das beste Buch für Linux- Einsteiger ist das 
Addison-Wesley-Buch von Michael Kofler !

Vorbereitung:

5. In den Ferien trennst Du mal den Arktur vom Netz, schnappst Dir einen 
neueren Rechner und installierst die Einserverlösung-Skolelinux auf ihm. 
Dann hängst Du ihn ins Netz und bootest mal über PXE (im Bios die 
Bootreihenfolge einstellen) einen Client (normalerweise sollte die 
Festplatte des Client nicht tangiert sein). Funktioniert alles so, wie 
Du Dir  es vorstellst ? Und wenn es geht, geht es vielleicht SO gut, 
dass man es den kritischen Kollegen gleich mal vorführen könnte ?

Und dann, wenn es wirklich  soweit ist:

6. Eine Datenmigration in der Schule kann auch so aussehen, dass jeder 
Schüler / Lehrer seine Daten an einem bestimmten Tag innerhalb einer 
Woche auf einem privaten USB-Stick sichert.
Dann nimmt jeder Schüler seine Daten mit nach Hause und Du legst die 
Platte des alten Servers für ein paar Wochen zurück - vielleicht kommt 
ja jemand später aus einem Schüleraustausch zurück und vermisst gerade 
die Datei xyz ...
7. Den alten Server würde ich plattmachen und mir gut überlegen, ob 
seine Hardware noch mal gebraucht wird. Ansonsten ist er vielleicht ein 
prima backup-Server oder er eignet sich als Basis für eine moodle- oder 
sonstige LE-Installation.

Auf dem dann jungfräulich neuen Skolelinux-System kannst Du ja dann die 
Schüler ihre Daten wieder einspielen lassen ... dabei wird vieles 
(glücklicherweise) auch nicht mehr eingespielt werden ...

Mit besten Grüßen,

Christoph Günschmann


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